Liebe Therapeutin, lieber Therapeut,

ich wurde von mehreren Therapeuten auf „Hilfsmittel“ im Bezug auf Narbengewebe und -pflege angesprochen.

Hier sind vier Tipps:

1. Kompressionsunterwäsche

Postoperative / chronische Ödeme
Mit der Kompressionsunterwäsche hatte ich speziell bei Brustpatientinnen postoperativ sehr gute Erfolge. Auch Knie- oder Hüft-TEP Patienten haben sehr gut auf diese Versorgung angesprochen. Wenn postoperativ die Schwellung der betroffenen Region durch die Kompression schneller abklingt, ist die Mobilität grösser und die Narbenbildung auf ein Minimum reduziert.

Die Vorteile sind:

  • Sehr gute Förderung des lymphatischen Abflusses
  • Flächige Kompression der Gelenke in Achsel / Hüfte / Knie / Hand und Fuss-Region
  • konstante Kompression der Bauch- / Thorax-Region
  • Patient kann sich selbstständig die Kompression anlegen
  • Kein Verrutschen möglich (im Gegensatz zur Bandage)
  • Schneller Wechsel für den Patienten möglich
  • Leichte Reinigung in der Waschmaschine
  • Relativ preiswert (gibt es in verschiedenen Grössen im Internet oder in Sportfachgeschäften zu kaufen)


Viele Patienten empfanden das Tragen der Kompressionsunterwäsche direkt postoperativ als angenehm. Der gleichmässige äussere Druck vermittelte häufig ein Gefühl von Halt und Sicherheit. Wobei natürlich alle wieder froh waren, wenn der Prozess abgeschlossen war. Von Patienten mit chronischen Ödemen wurde die Kompressionsunterwäsche ebenfalls gut angenommen.

2. Silikonpflaster

Was genau unter dem Silikon passiert, weiss man noch nicht. Aber die Ergebnisse sind in der Regel positiv.

Vorteile:

  • Die Narbe trocknet nicht aus
  • Der mechanische Impuls des Silikons massiert das Gewebe
  • Die Narbe wird weicher
  • Keine Hautreizungen durch das Silikon
  • Patient kann es selbstständig anwenden
  • Das Silikon wird für die Grösse der Narbe vom Patienten zugeschnitten
  • Selbstklebend
  • Kann mehrfach verwendet werden


Nachteile:

  • Silikonpflaster sind relativ teuer
  • bei grossflächiger Anwendung (z.B. Verbrennungspatienten) starkes Schwitzen  

3. Easy- Tape

Das Easy-Tape wird bereits von vielen Therapeuten routinemässig in der Praxis eingesetzt. Laut Hersteller werden verschiedene Theorien zum „Anbringen“ der Tapes vorgeschlagen. Diese richten sich jeweils nach der individuellen Problematik des Patienten und dem Ziel der Anwendung.

Für das Narbengewebe gibt es spezielle Cross-Tapes. Wir haben damit in der Praxis gute Erfahrungen als therapiebegleitende Massnahme gemacht. Der lymphatische Abfluss wird durch das richtige Tapen sehr gefördert. Dazu findet man im Internet gute Infos. Speziell bei der Therapie von Schwangeren habe ich das Tape als grosse Hilfe empfunden.

Ein Anleitung hierzu habe ich in einem Clip zusammengefasst welcher für die Eigenbehandlung während der Schwangerschaft gedacht ist. Wir werden Euch den entsprechenden Link schicken, sobald das Video online ist.

4. Cremes

Es gibt verschiedene Salben und Cremes zur Narbenbehandlung auf dem Markt. Ihre Wirkungsweisen sind, soweit ich informiert bin, noch nicht wirklich nachgewiesen. Die Hautschranke kann von den meisten Medikamenten nicht so einfach überwunden werden. Und bekanntermassen ist die Narbenproblematik ja eine mechanische, was sollen da Chemikalien für eine Nutzen haben? Jedoch hat das Auftragen von Salben eine mechanische durchblutungsfördernde Wirkung, welche sicher nicht schadet. Und dem Austrocknen der Haut in der Narbenregion wird mit der Feuchtigkeit der Salbe  vorgebeugt. Für diesen Zweck sind einfache Vaseline oder ähnliche Produkte schon ausreichend. Diese ist im Gegensatz zu mancher Spezialsalbe auch noch günstig.

Ich hoffe Dir mit diesen Infos Impulse gegeben zu haben und grüsse Dich herzlich,
David

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