Feedback von Dr. med. Ralph Hollmann zur Manuellen Boeger-Therapie

Welche Resultate wurden bei Ihren Patienten mit der MNT erreicht?
Mit der MNT konnten kleine Narbenadhäsionen, aber auch grossflächige Verklebungen von Gewebeschichten vollständig gelöst werden. Durch Erfassen des ganzen Körpers in der Therapie wurden auch bestehende ältere Narbenzonen und nicht auf die akute Problematik zurückzuführende Einschränkungen gelindert oder gelöst. Insbesondere Funktionseinschränkungen im Schultergürtel besserten sich erstaunlich rasch und nachhaltig.
Parallel zur funktionellen Verbesserung zeigten sich auch die Narben entzündungsarm und elastisch.

Sind Ihnen vergleichbare Therapien zum konservativen Lösen von Narben bekannt?
Die klassische Boeger-Therapie kümmert sich gezielt um die Narbe selber. Dabei werden auch die angrenzenden Gelenke in die Behandlung einbezogen. Massage, Drainage und Dehnung sind die Konzepte der Basistechniken.
Eine so klar strukturierte und effektive Technik gehört heute nicht zum Standard-Repertoire der Narbenbehandlung.

Warum funktioniert die MNT?
Das Konzept der MNT, den ganzen Körper als zusammenhängendes Fasziensystem zu betrachten und zu behandeln, ist nicht exotisch. Das Besondere aber ist, dass das Lösen entfernt liegender Faszienareale zu erstaunlich effektiven Funktionsverbesserungen und Wohlgefühl führt. Oft sind sich die Behandelten erst nach der Therapie ihrer vorherigen Einschränkung bewusst!

Welche positiven Ergebnisse konnten Sie bei Ihren Patientinnen und Patienten durch die MNT feststellen?
Die Rückmeldungen seitens der Patienten waren durchwegs sehr positiv. Die Behandlung selber wird als intensiv (Druck, auch Schmerz), aber dennoch beinahe masochistisch angenehm beschrieben. Häufig kommt es zu vegetativen Nebeneffekten (Harndrang, Durchfall). Häufig wird in diesem Zusammenhang auch ein allgemein verbessertes intestinales Wohlergehen beobachtet (regelmässiger Stuhlgang besserer Qualität).
In allen Fällen wurde eine deutliche Besserung, wenn nicht gar vollständige Behebung der Narbenproblematik erreicht. Die Schulterbeweglichkeit konnte durch Lösung des Schulterblattes rasch verbessert werden.

Kam es durch die MNT auch zu Verschlechterungen?
Nein.

Ist es sinnvoll, die MNT vor einer Operation anzuwenden?
Bei vorbestehenden Einschränkungen erleichtert die präoperative MNT sicherlich die postoperative Rehabilitation.
Ob eine Gewebevorbereitung erfolgen kann, entzieht sich meinem Urteil.

Können sich alte Narben auf das Resultat einer Operation auswirken?
Vorbestehende Narben im Operationsgebiet verschlechtern die Gewebequalität und –elastizität. Neben Komplikationen wie Durchblutungs- und Wundheilungsstörungen können sie zu verstärkten Verziehungen, zu Bewegungseinschränkungen und Verschlechterung der Qualität der frischen Narbe führen.

Wie verändern sich die Narben mit der MNT?
Die Narben werden von der Unterlage befreit, werden elastisch und zeigen eine deutlich geringere Schwellung. Bis anhin musste ich weder die Entwicklung einer Hypertrophie noch eines Keloides beobachten.

Wie wird die MNT von Ihren Patientinnen und Patienten angenommen?
Ich beobachte eine sehr grosse Akzeptanz. Meine Patienten gehen sehr gerne in die Therapie, obwohl diese nicht immer angenehm sei!
Den Weg von St.Gallen oder dem Appenzellerland nach Romanshorn nehmen alle gerne auf sich.
Jeder Behandelte erkennt rasch den Therapiefortschritt, was die Compliance deutlich verbessert.

Welche Bedeutung messen Sie der MNT in der Chirurgie bei?
Die MNT ist ein Instrument, das eine Bereicherung in der Behandlung chirurgischer, aber auch nicht-chirurgischer Narben darstellt. Nach meinen Erfahrungen ist das Konzept der MNT erfolgreich.

Können Sie all Ihren Patientinnen und Patienten einen MNT-Therapeuten in Ihrer Region empfehlen?
Die Auswahl der MNT-Therapeuten ist derzeit leider noch klein. Ich würde es begrüssen, genauere Informationen über das MNT-„Netz" zu erhalten. Nicht alle Patienten sind motorisiert oder aus zeitlichen Gründen bereit, den Weg nach Romanshorn auf sich zu nehmen.

Dr. med. Ralph Hollmann

St. Gallen, den 13.11.2007

 

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